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Nachrichten

„ Wir hätten gerne, dass unser Kind zu Hause leben kann“

01/08/2017 


Frau Ingrid Pöschmann MAG ELF (2. v.l.) gemeinsam mit den Case Managerinnen von MALTESER Care

Dieser Satz begleitet Ingrid Pöschmann, Leiterin des Fachbereichs Integration in der MAG ELF, seit dem Tag, als eine alleinerziehende, vollkommen erschöpfte Mutter eines 16 jährigen, schwerbehinderten Buben Kontakt mit der MAG ELF aufnahm und um Hilfe und Unterstützung bat. Die Mutter hatte ihr schwer behindertes Kind seit seiner Geburt allein gepflegt und betreut und sah keinen anderen Ausweg mehr als die Unterbringung in einer Wohngemeinschaft.
Bis zum Jahr 2010 gab es in Wien für Familien mit Kindern mit schweren Behinderungen nur die Möglichkeit einer Heim- oder Wohngemeinschaftsunterbringung.
Der Wunsch vieler Eltern war jedoch, dass die Kinder zu Hause leben können, und so begann man 2011 im Rahmen des Sozialen Dienstes die Familien zu Hause zu unterstützen.

Sehr geehrte Frau Pöschmann, was war für Sie ausschlaggebend, MALTESER Care als Kooperationspartner der MAG ELF im Jahr 2011 mit „ an Bord“ zu holen?

Die MAG ELF suchte nach einer Trägerorganisation mit einem speziellen Angebot in der mobilen Pflege und Betreuung von Familien – so entstand der erste Kontakt.  Bei unserem ersten gemeinsamen Fall ging es um ein Kind mit Pflegestufe 7, das medizinische Pflege benötigte. Ihre damalige Case Managerin machte sich vor Ort ein Bild der Gesamtsituation, und in Absprache mit uns wurde zum ersten Mal ein individuell auf die Bedürfnisse der Familie zugeschnittenes Betreuungsmodell erarbeitet und umgesetzt; es war für alle ein absolutes Highlight, dass gleich von Beginn weg dieses Modell so perfekt funktionierte!

In Folge stellten wir MALTESER Care immer wieder neue Familien vor, die im Rahmen des Sozialen Dienstes – so nennen wir diese Leistung in der MAG ELF – gefördert wurden.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Familien, die durch MALTESER Care betreut werden?

Hier möchte ich drei Aspekte hervorheben:

Zum ersten bekommen wir im Zuge unserer Entwicklungsgespräche mit den Eltern laufend zufriedene Rückmeldungen ihre Arbeit betreffend. Unser gemeinsamer Betreuungsansatz liegt ja darin, die Familien dahingehend zu unterstützen, dass sie so weitgehend wie möglich  wieder in ein selbstständiges und autonomes Leben zurückfinden können.

Zum zweiten haben wir letztes Jahr durch unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung eine Zufriedenheitsbefragung bei den Eltern durchführen lassen, mit dem Ergebnis einer hohen Zufriedenheit die Leistungen von MALTESER Care betreffend.
Natürlich gäbe es immer noch Verbesserungswünsche seitens der Eltern, aber hier sind natürlich dem Sozialen Dienst Grenzen gesetzt.

Zum dritten beziehe ich mich auf die Rückmeldungen der verschiedenen Helfersysteme.
Wenn zum Beispiel  die Gefährdung eines Kindes gegeben ist, werden mit den Eltern Maßnahmen im Rahmen eines Hilfeplans vereinbart.
Im Mittelpunkt stehen immer das Kind, seine Geschichte, seine Bedürfnisse, und erst dann seine Behinderung bzw. seine Erkrankung.

Die Frage ist immer, wie weit geht unsere Hilfestellung in der Familie, ohne die Familie zu „entmachten“ bzw. sie zu „entmündigen“.
Unser Ziel ist die bestmögliche Aktivierung der familiären Ressourcen, damit sie wieder ein selbstständiges Familienleben führen, und der „erlernten Hilflosigkeit“ entkommen können.
Hier haben ihre Case Managerinnen ein hohes Maß an Sensibilität und Professionalität im Umgang mit den Familien bewiesen, denn man kommt als „Fremde“ in die Familie und dringt  in deren Privatsphäre ein.

Haben sich die Anforderungen seit Beginn unserer Kooperation verändert, und wird es künftige Entwicklungen geben, wo wir uns anzupassen haben?

Wir haben 2012 mit der Zielgruppe Kinder mit „ hohem Pflegeaufwand“ begonnen. Im Laufe der Zeit wurde erkannt, dass dies meist auch mit einem „erhöhten Betreuungsaufwand“ einhergeht. Dies betrifft Kinder, die vollkommen mobil sind, aber auf Grund ihrer Entwicklungsstörung, zum Beispiel bei Autismus-Spektrum-Störungen, einen sehr großen Betreuungsaufwand haben.

Hier hat MALTESER Care vermehrt Unterstützung angeboten, nicht nur um die Mütter und Väter vor dem Zusammenbruch zu bewahren, sondern auch mit klar definierten Zielen.
Was mir gefällt, ist, dass Sie auch klar sagen, ja das können wir uns vorstellen, ja wir trauen uns da drüber oder nein, in diesem Fall wäre es unverantwortlich. In jeden Fall gibt es immer zuerst ein Assessment, bei dem diese Fälle gemeinsam besprochen werden.

Krisenarbeit ist eine andere Tätigkeit, seit 2013 organisiert MALTESER Care auch das Bedarfskrisenzentrum für das wir Konzept und Abläufe gemeinsam entwickelt haben.
Wenn eine Sozialarbeiterin eine Kindeswohlgefährdung feststellt, muss sofort reagiert und gehandelt werden.
Zuerst kommen die Kinder in ein Krankenhaus, da man eine medizinische Einschätzung braucht. Während das Kind noch im Rettungswagen ist, erfolgt bereits die Kontaktaufnahme mit der Case Managerin von MALTESER Care.

Früher behielt man die Kinder im Krankenhaus und musste oft Monate auf einen Platz in einer Wohngemeinschaft warten.
Jetzt gibt es eine Gleichstellung von Kindern mit und ohne Behinderung, so dass auch Kinder mit Behinderung eine sozialpädagogische Abklärung bekommen. Das wäre in den herkömmlichen Krisenzentren nicht möglich, daher ist das Bedarfskrisenzentrum eine enorme Entlastung für die Stadt Wien, und Ihre Case Managerinnen stehen für höchste Professionalität.
Die Abklärung auf medizinischer Ebene wird von den Case Managerinnen begleitet, ebenso wie Elternarbeit, Kooperation mit den Regionalstellen, Schulen, sonstigen Einrichtungen und allem was notwendig ist, um alle involvierten Stellen koordinieren zu können.

Welche Aufgaben würden Sie uns noch mitgeben, wo können wir uns noch verbessern, haben sie Wünsche an uns?

„ Wenn ich mir was wünschen darf …..“

… dann wäre es – unter Berücksichtigung aller externen Faktoren – das Leistungsspektrum von MALTESER Care zu verbreitern um noch mehr Familien mit Unterstützungsbedarf durch MALTESER Care betreut zu wissen. Wir wissen, dass die Stadt Wien wächst, und im Hinblick auf die demographischen Veränderungen werden mehr Kinder und Familien in Wien leben und die Leistungen der MAG ELF brauchen, und da sehe ich, auch auf Basis gemeinsamer neu zu entwickelnder Konzepte, eine Intensivierung der Kooperation mit MALTESER Care als durchaus realistisch.

Liebe Frau Pöschmann, abschließend dürfen wir uns bei Ihnen und Ihren MitarbeiterInnen sehr herzlich für die partnerschaftliche und von gegenseitiger Wertschätzung getragene Zusammenarbeit bedanken und freuen uns, auch künftig als Kooperationspartner der MAG ELF für die Kinder, Jugendlichen und Familien in Wien unsere Leistungen erbringen zu können.

https://www.wien.gv.at/kontakte/ma11/

https://www.yumpu.com/de/document/view/59046276/die-malteser-zeitung-2-2017

http://www.malteser.care/leistungen/familienorientiertes/

MALTESER Care GmbH

Margaretenstraße 22/3 - 1040 Wien - Österreich | Telefon: +43 1 361 97 88 | E-Mail: office@mcr.or.at