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Nachrichten

Themenwoche zum Weltalzheimertag am 21.9.2018

20/09/2018 


„Wie komme ich nach Hause“

Ilse Hummer-Pflegedienstleiterin- von MALTESER Care-gibt Tipps und Anleitungen aus der Praxis


„Wir sind mit dem Problem einer immer älter werdenden Gesellschaft konfrontiert, immer mehr Menschen leiden an Formen dementieller Erkrankungen und das bedeutet auch ein Umdenken im Bereich der Pflege und Betreuung. Prävention und Ressourcenerhaltung  sind essentielle Grundlagen für ein lebenswertes, würdevolles Leben im Alter“

Was können erste Warnsignale einer Demenzerkrankung sein?
Immer häufiger auftretende Vergesslichkeit, vor allem was das Kurzzeitgedächtnis betrifft, ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal für eine mögliche dementielle Erkrankung, auch Schwierigkeiten gewohnte Tätigkeiten auszuführen, Sprachstörungen, mangelndes Interesse an Arbeit, Kontakten und Hobbys, Orientierungslosigkeit.
In jedem Fall muss hier der Hausarzt oder ein Spezialist entsprechende Untersuchungen machen, um eine dementielle Erkrankung festzustellen.

Wie gehen die Betroffenen und die Angehörigen mit dieser Diagnose um?
Natürlich ist die Feststellung einer dementiellen Erkrankung für Alle-Betroffene und Angehörige-zuerst ein großer Schock.
Am Beginn der Erkrankung erkennen die Betroffenen meist selbst, dass etwas mit ihnen nicht stimmt und versuchen das geschickt vor ihrem Umfeld zu kaschieren.

Was können Sie aus ihrer Erfahrung sagen, wie kann den Betroffenen und den Angehörigen geholfen werden?
Es ist wichtig die Angehörigen auf das Kommende vorzubereiten und sie dahingehend zu sensibilisieren, dass es zu einer Wesensveränderung der geliebten Person kommen wird.
Menschen mit Demenz soll man mit Achtung und Respekt begegnen und sie dahingehend unterstützen, so lange wie möglich selbständig zu bleiben und am gemeinsamen Leben teilzunehmen. Demenziell veränderte Menschen soll man nicht nur als „Kranke“ sehen.
Niemand weiß wirklich wie es in einem an Demenz erkrankten Menschen aussieht, denn nur im Anfangsstadium der Erkrankung können sich die Betroffenen mitteilen.

Wie kann man als Angehöriger unterstützend helfen?
Gezielte regelmäßige Trainingsmethoden können sich positiv auf den Allgemeinzustand auswirken, hier sollten die Angehörigen aktiv werden und so früh wie möglich mit dem Training beginnen. In einem ersten Schritt kann man die Betroffenen über das Langzeitgedächtnis zum Training motivieren und dabei selbst sein Gedächtnis schulen.

Wie sieht so ein Training aus?
Man spricht gemeinsam über bekannte Personen, erzählt was sie machen, stellt Fragen nach den Kindern, und ruft Bilder ab um das Gedächtnis zu aktivieren. Oder man liest gemeinsam die Zeitung bzw. schaut miteinander einen Film an und stellt Fragen dazu. Hilfreich ist auch, Fotoalben anzusehen und Fragen zu den gezeigten Personen und Orten zu stellen. Außerdem gibt ein geregelter Tagesablauf den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit. Als Angehöriger kann man unterstützend agieren, in dem man zum Beispiel gemeinsam  Einkaufslisten erstellt. Beschriftete Etiketten oder Bilder können den Betroffenen helfen Dinge zu finden und sich in ihrer Umgebung zurecht zu finden.
Gemeinsam die Zeitung lesen oder einen Film anschauen und Fragen dazu stellen.

Empfehlen sich Outdoor-Aktivitäten?
Spaziergänge auf bekannten Wegen unternehmen und nachfragen was die Eindrücke waren oder einmal einen anderen Weg gehen und beobachten ob es dem Betroffenen aufgefallen ist, sind eine gute Methode.
Ausflüge mit dem Rad oder Auto zu bekannten Plätzen machen die man mit der Familie, den Kindern oder Freunden besucht hat.
Betroffene reagieren stark auf Sinneseindrücke, so sind der Geruchssinn und der Geschmacksinn gute Mittel, um das Langzeitgedächtnis zu aktivieren.

Da hilft dann sicher auch Kochen?
Gemeinsam kochen, essen und dabei über Erinnerungen sprechen oder ein Gericht abwandeln und sehen, ob es dem Betroffenen auffällt.
Grundsätzlich sollte man die Betroffenen bei den Dingen unterstützen die sie gerne machen, aber durch ein gezieltes Training kann man das Langzeitgedächtnis auf mehreren Ebenen abrufen und fördern.
Hierfür gibt es auch spezielle Übungsunterlagen die nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Angehörigen als Präventivmaßnahmen zur Stärkung ihres Gedächtnisses helfen können. Z.B. Spezielle Buchstaben und Zahlenspiele, Bilderrätsel, Rechenbeispiele, Quiz, Memorys…

Worauf muss man im Umgang mit demenzkranken Menschen achten und was sollte man vermeiden?
Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man die erkrankte Person nicht ändern kann. Es hat keinen Sinn sie zu korrigieren, zu kontrollieren, Verbote auszusprechen oder zu streiten, das bewirkt meist nur Widerstand.
Man sollte Reizüberflutungen und Lärm vermeiden und auf möglichst sensible, einfühlsame Art und Weise mit den Betroffenen umgehen, damit diese sich sicher und geborgen fühlen.
Stresssituationen erzeugen Angst und Widerstand.
In der direkten Kommunikation ist es wichtig den Betroffenen mit seinem Namen anzusprechen, einfache Sätze und Fragen zu verwenden, langsam, deutlich auf Augenhöhe mit Blickkontakt zu sprechen und Aufregungen zu vermeiden.
Es ist wichtig selbst dann Ruhe zu bewahren, wenn der Betroffene misstrauisch, böse oder aggressiv wird.

Was passiert wenn Angehörige mit der Situation komplett überfordert sind?
Als pflegender Angehöriger steht man natürlich in einem ganz besonderen Nahverhältnis zum Betroffenen und will nur das Beste, aber mit fortschreitender Erkrankung stoßen die Meisten an ihre eigenen Grenzen und erkranken oft selbst.
Grundsätzlich wäre es ratsam sich bereits am Beginn der Erkrankung zu informieren und beraten zu  lassen, was für Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, damit man gar nicht erst in diese Situation kommt. Es ist keine Schande um Hilfe zu bitten und potentielle Helfer gibt es überall: Familie, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, ehrenamtliche Unterstützer. Diese Menschen können durch einfache Tätigkeiten wie einkaufen, mit dem Betroffenen spazieren gehen oder Spiele spielen, zum Arzt begleiten usw., den pflegenden Angehörigen entlasten. Auf keinen Fall sollte man seine eigenen Bedürfnisse ignorieren und zurückstellen, denn das führt früher oder später zu Überanstrengung, Erschöpfung, Reizbarkeit und Frustration.
Selbsthilfe Gruppen und Beratungsstellen sind ein gutes Mittel um sich auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln. Wenn die Belastung aber zu groß, wird sollte man unbedingt professionelle Beratung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

Sollten Sie Beratung brauchen oder Fragen zu dem Thema haben, wenden Sie sich bitte direkt an das kompetente Team von MALTESER Care oder kontaktieren Sie unser Büro unter: +43 1 361 97 88.

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