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07. April Weltgesundheitstag

06/04/2021 


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“Building a fairer healthier world”

Dieses Jahr legt die WHO ihren Kampagnen Schwerpunkt auf die gesundheitliche Chancengleichheit

Der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten einer Bevölkerung hängen ganz wesentlich von deren Lebensbedingungen ab.

Der soziale Status eines Menschen hat einen starken Einfluss auf die Gesundheit und resultiert in ungleich verteilten Gesundheitschancen. Der Zusammenhang ist dabei bei allen Altersstufen erkennbar und zieht sich durch alle Phasen des Lebens.

Die weltweite Pandemie macht die Ungleichheiten in den verschiedenen Ländern und in den Gesundheitssystemen noch sichtbarer

COVID-19 hat alle Länder schwer getroffen.
Die Auswirkungen trafen und treffen überwiegend jene in der Gesellschaft, die bereits gefährdet waren und die Krankheiten noch stärker ausgesetzt sind, weniger Zugang zu hochwertigen Gesundheitssystemen haben und mit größerer Wahrscheinlichkeit mit nachteiligen Folgen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu rechnen haben.

Das WHO Regionalbüro Europa hat 2019 einen Bericht über gesundheitliche Chancengleichheit in der europäischen Region erstellt in dem 5 kritische Faktoren die zur Ungleichheit beitragen, ermittelt wurden

  • Die Einkommenssicherheit und soziale Absicherung machen 35 Prozent der gesundheitlichen Ungleichheit aus.
  • Lebensbedingungen wie Wohnen und Grünflächen machen 29 Prozent der gesundheitlichen Ungleichheit aus.
  • Sozial- und Humankapital wie Vertrauen in andere, Bildung und das Ausmaß von Isolation19 Prozent der gesundheitlichen Ungleichheit.
  • Zugang und Qualität von Gesundheitsdienstleistungen 10 Prozent der gesundheitlichen Ungleichheit.
  • Beschäftigung und Arbeitsbedingungen 7 Prozent der gesundheitlichen Ungleichheit.

Armut und Gesundheit ? Armut macht krank

Armut hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, aber vor allem Armut macht krank.

In Österreich waren laut Statistik Austria  im Jahr 2019 von rund 1.472 000 Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten nach Definition der Europa 2020-Strategie auszugehen, das entspricht 16,9% der Gesamtbevölkerung. Davon sind 303.000 Kinder und Jugendliche, sowie 653.000 Frauen und 517.000 Männer ab dem 18. Lebensjahr betroffen.

Laut Definition der WHO aus dem Jahr 1948 ist „Gesundheit ein Zustand vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“

Fällt eine der Komponenten des Wohlbefindens weg so gerät das System aus dem Gleichgewicht. Solche Situationen erzeugen Angst und Stress was sich wiederum negativ auf die Gesundheit auswirkt. Menschen die in Armut leben sind häufiger krank, da der ständige Druck der auf Ihnen lastet zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Depressionen bis hin zu schweren chronischen Erkrankungen führen kann.

Die untersten sozialen Schichten weisen die schwersten Krankheiten auf und haben die geringste Lebenserwartung.

In vielen Ländern leiden besonders arme Menschen unter der „Zwei Klassen Medizin“, denn sie haben einen erschwerten Zugang zu Gesundheitsleistungen und können nicht für Zusatzkosten aufkommen. Sie können sich keine Brillen, Hörgeräte, Zahnbehandlungen und Heilbehelfe leisten. Medikamente sind nicht finanzierbar und für Operationen, Therapien und Rehabilitationen in dem von den Krankenkassen finanzierten Bereich gibt es oft keine Plätze oder es sind monatelange Wartezeiten. Durch Armut gefährdete Menschen werden durchschnittlich zwei Jahre früher pflegebedürftig.

Armut nimmt Kindern die Zukunft, Kinder sind die chronisch Kranken von morgen

Laut der UN – Kinderrechtskonvention hat jedes Kind ein Recht auf „höchstmögliche Gesundheit“ und einen „angemessenen Lebensstandard“.

Schätzungsweise 356 Millionen Kinder weltweit – haben bereits vor der Corona-Pandemie in extremer Armut gelebt. Laut einer neuen Analyse der Weltbankgruppe und UNICEF wird sich diese Situation noch erheblich verschlimmern. Die andauernde Covid-19-Krise wird sich weiterhin unverhältnismäßig stark auf Kinder, Frauen und Mädchen auswirken, heißt es darin. Von Armut sind vor allem Kinder in Afrika südlich der Sahara betroffen.

UNICEF erwartet ebenso, dass die Kinderarmut in einkommensstarken Ländern für mindestens die nächsten fünf Jahre höher sein wird als vor der Corona-Krise.

Kindern wird die Armut bereits in die Wiege gelegt

Die Armut und ihre Begleiterscheinungen werden diesen Kindern aber bereits in die Wiege gelegt. Vom Tag ihrer Geburt an werden sie ständig damit konfrontiert sein.

Wenn Eltern am Limit leben müssen, leben auch die Kinder am Limit. Für die Kinder bedeutet das Ausgrenzungen und Demütigungen, sie können nicht am sozialen Leben mit gleichaltrigen teilnehmen, keine Freunde zum Spielen einladen oder bei kostenpflichtigen Schulaktivitäten teilnehmen.

Arme Kinder haben viel häufiger Defizite in ihrer körperlichen Entwicklung, eine kürzere Lebenserwartung und leiden viel öfter an chronischen Erkrankungen.

Gesundheit und Bildung sind grundlegende Ressourcen für die Entwicklung jedes Kindes. Kinder denen droht in Armut aufzuwachsen, muss von Beginn an mit allen der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen werden, denn nur so haben sie vielleicht eine Chance auf ein selbstbestimmtes, erfolgreiches und erfülltes Leben.

Darum müssen alle Anstrengungen unternommen werden eine gesundheitliche Chancengleichheit auf der Welt zu erzielen!

Weltgesundheitstag 2021 – https://www.who.int/campaigns/world-health-day/2021

Weltbank – UNICEF Analyse – https://unicef.at/news/einzelansicht/weltbank-unicef-analyse-eines-von-sechs-kindern-lebt-in-extremer-armut/

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