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Plattform Personenbetreuung: Realistische Vorschläge zum Vorteil der Personenbetreuer:innen

22/06/2026 


Plattform Personenbetreuung Realistische Vorschläge zum Vorteil der Personenbetreuerinnen

Plattform Personenbetreuung: Realistische Vorschläge zum Vorteil der Personenbetreuer:innen – Die Plattform Personenbetreuung macht in ihrer heutigen OTS auf den Tag der Personenbetreuung am 1.7. sowie auf wichtige Forderungen zur Absicherung der 24 Stunden Betreuung aufmerksam. Malteser Care unterstützt die genannten Anliegen und Forderungen vollinhaltlich. Im Folgenden die OTS der Plattform Personenbetreuung im Wortlaut.

Kudziova: Wir machen realistische Vorschläge die zum Vorteil der PersonenbetreuerInnen umsetzbar sind

Erster Österreichischer Tag der Personenbetreuung ist Anlass öffentlich an Forderungen zur Absicherung der 24-Stunden-Betreuung zu erinnern

Wien (OTS) –

„Es geht um Verbesserungen bei der 24-Stunden-Betreuung. Es geht um Fairness den BetreuerInnen gegenüber und um Unterstützung für die betreuten Familien, damit sie sich die Betreuung auch weiterhin leisten können“, sagt heute Bibiana Kudziova, Berufszweigsprecherin der PersonenbetreuerInnen in der Fachgruppe Wien Personenberatung und Personenbetreuung und aktiv tätige Personenbetreuerin im Vorfeld des Ersten Österreichischen Tages der Personenbetreuung am kommenden 1. Juli.

Für Verbesserungen hat die Plattform Personenbetreuung (www.plattform-personenbetreuung.at) bereits etliche Vorschläge gemacht, erinnert Kudziova und verweist insbesondere auf jenen Vorschlag, mit dem den BetreuerInnen sofort mehr netto vom Brutto bliebe.

Einführung eines SVS-Fonds für PersonenbetreuerInnen
Ein neuer SVS-Fond für PersonenbetreuerInnen würde die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge für BetreuerInnen übernehmen. Damit würde ihnen monatlich von ihren Bruttohonoraren netto um bis zu einigen hundert Euro mehr übrigbleiben. Wie Kudziova erläutert, orientiert sich dieses Modell am schon bestehenden Künstlersozialversicherungsfonds. Das neue Modell für BetreuerInnen wurde bereits den Verantwortlichen in der SVS vorgestellt.

Höhere Förderungen und angepasste Einkommensgrenzen für betreute KlientInnen sind Gebot der Stunde
Mit dem 1. Ersten Österreichischen Tag der Personenbetreuung am 1. Juli will die Branche der Personenbetreuung – BetreuerInnen und Organisationen von Personenbetreuung („Vermittlungsagenturen“) – den Fokus auf jene Maßnahmen lenken, die notwendig sind, um die Betreuung in den eigenen vier Wänden, die 24-Stunden-Betreuung, für die Zukunft abzusichern. Kudziova: „Vor 19 Jahren, am 1. Juli 2007 trat in Österreich das Gesetz in Kraft, das die Personenbetreuung regelt. Nun müssen die Grundlagen dazu weiterentwickelt werden.“

Damit sich die Familien die Betreuung rund um die Uhr, in den eigenen vier Wänden auch weiterhin leisten können, sind vor allem zwei Maßnahmen notwendig: 1. die Anhebung der monatlichen Förderung von derzeit 800 Euro auf 1.600 Euro, um den Betreuerinnen faire Honorare bezahlen zu können und 2. die Anhebung der monatlichen Einkommensgrenze bis zu der die betreuten Klientinnen und Klienten die Förderung zu Gänze bekommt. Diese Einkommensgrenze liegt seit dem Jahr 2007 unverändert bei 2.500 Euro und müsste, hätte man sie valorisieret, bei rund 4.000 Euro liegen.

Kudziova verlangt faire Bedingungen und technische Hilfsmittel bei der Arbeit
Für die BetreuerInnen verlangt Kudziova „endlich, nach 19 Jahren echte Verbesserungen unserer Arbeitsbedingungen. Wir BetreuerInnen sind es müde, ständig über unsere Pausenzeiten diskutieren zu müssen und gegen den Mythos anzukämpfen, dass wir rund um die Uhr arbeiten müssten.“ Die Branchenvertreterin betont auch, dass 24-Stunden-Betreuung nicht 24 Stunden Arbeit bedeutet: „Jeder Mensch braucht Erholung, Schlaf und Zeit für sich. Dennoch verzichten viele Betreuerinnen aus finanziellen Gründen oder aus Rücksicht auf die Familien regelmäßig auf ihre gesetzlich und menschlich notwendigen Pausen.“

Es müssen aber auch, so Kudziova, grundlegende technische Voraussetzungen für eine würdige Betreuung gewährleistet sein, die vielfach fehlen. Dazu gehören, so führt die Fachfrau aus, Hilfsmittel wie höhenverstellbare Pflegebetten, Rollstühle oder Lifte (zum Heben und Senken der betreuten Personen), sowie hygienische Artikel und Pflegeprodukte. „Es darf nicht sein, dass BetreuerInnen fehlende Ausstattung durch körperliche Mehrbelastung und auf Dauer dann mit körperlichen Schäden ausgleichen müssen“, berichtet Kudziova aus dem Arbeitsalltag von BetreuerInnen.

Falsche Versprechen von selbsternannten VertreterInnen helfen niemanden
Nichts hält Kudziova davon, wenn selbsternannte VertreterInnen ihren KollegInnen falsch Versprechungen machen, oder Modelle vorlegen, die nicht einmal mathematisch stimmen. “Das ist versuchte Bauernfängerei, die niemanden hilft. Mit dem Ersten Österreichischen Tag der Personenbetreuung am 1. Juli wollen wir nicht nur die Unverzichtbarkeit der Personenbetreuung für das österreichische Sozialsystem betonen, sondern auch realistisch umsetzbare und finanzierbare Maßnahmen einfordern. Und Respekt für unsere Arbeit zeigt sich nicht in Worten, sondern in endlich konkreten Maßnahmen“, betont die Wiener Berufszweigsprecherin der PersonenbetreuerInnen, Bibiana Kudziova.

Am 1. Juli wird Positionspapier als gemeinsames Projekt von BetreuerInnen, WKW-Fachgruppe und vidaflex vorgestellt
Im Rahmen der Aktivitäten zum 1. Juli, dem Ersten Österreichischen Tag der Personenbetreuung, wird auch das Positionspapier „Qualität in der 24-Stunden-Betreuung aus der Perspektive selbständiger PersonenbetreuerInnen” vorgestellt. Es ist ein gemeinsames Projekt der daran beteiligten Personenbetreuerinnen, der Fachgruppe Wien Personenberatung und Personenbetreuung (WK Wien) und der gewerkschaftlichen Initiative vidaflex. Erarbeitet wurde es in einem gemeinsamen Workshop mit in Österreich tätigen Betreuerinnen aus sechs Ländern Ost- und Südosteuropas. Präsentiert wird das Papier beim Expertentalk der Plattform Personenbetreuung am 1. Juli, ab 13:45 Uhr im APA-Pressezentrum (gesonderte Einladung folgt). Ziel ist es, die Anliegen der BetreuerInnen in die Beratungen der Pflegeentwicklungskommission des Sozialministeriums zur Reform der Personenbetreuung einfließen zu lassen.

Plattform Personenbetreuung: Realistische Vorschläge zum Vorteil der Personenbetreuer:innen – Links
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